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Heimat Oberschlesien

Im Juni ist meine Tochter geboren, und obwohl das in Japan war, möchte ich sie dennoch in Deutschland melden. Dabei habe ich alle notwendigen Dokumente zusammengesucht, um alles in die Wege leiten zu können. Unter anderem ist auch die jeweilige Geburtsurkunde der Eltern notwendig. Hm, wo ist bloß meine eigene Geburtsurkunde? Ich bin zwar in Baunatal bei Kassel aufgewachsen, geboren bin ich allerdings in Gleiwitz, das liegt in Oberschlesien. Und bevor ihr nun auf der Deutschlandkarte nach Oberschlesien sucht, muss ich etwas ausholen.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland von den sogenannten Siegermächten (Amerika, Großbritannien, Frankreich und der damaligen UdSSR) in Besatzungszonen aufgeteilt. Dabei wurde Deutschland in Ost- und Westdeutschland geteilt und die Teile ganz im Osten Deutschlands, wie Pommern, Ostpreussen und Schlesien, gingen in russische Hand und wurden polnisch. Meine Oma hat diese Zeit immer sehr dramatisch geschildert, wie russische Soldaten sie quasi aus dem eigenen Haus herauswarfen, weil sie Deutsche war. Überall wurden polnische Schilder aufgehangen und es war in der Öffentlichkeit verboten Deutsch zu sprechen. Das alles passierte 1945. Mein Vater ist 1942 geboren, also in Deutschland. Drei Jahre später jedoch ist die eigene Heimatstadt plötzlich zu Polen geworden! Ich selbst bin 1976 in der gleichen Stadt wie mein Vater geboren, allerdings in Polen! Ich habe jedoch die deutsche Staatsangehörigkeit, da ich deutsche Wurzeln habe und in Deutschland ein Gesetz in Kraft trat, dass „Vertriebene“ das Recht auf die deutsche Nationalität haben und in Deutschland leben dürfen. Das Ironische ist nur, dass wir ja gar nicht vertrieben wurden, mein Vater lebte ja immer noch in der gleichen Stadt! Jedenfalls sind wir, als ich keine zwei Jahre alt war, nach Baunatal gezogen, wo ich aufgewachsen bin.

Um nun meine Geburtsurkunde zu bekommen, müßte ich natürlich das Standesamt in Gleiweitz kontaktieren. Aber die Webseite ist komplett auf Polnisch und ich kann kein Polnisch! Glücklicherweise gibt es einen Service der Deutschen Botschaft in Polen, die einem hilft entsprechende Urkunden aus dem jetzigen Polen zu beschaffen, sogar übersetzt in verschiedene europäische Sprachen. Was für ein Glück!

Nun kommt Akari ihrer eigenen deutschen Geburtsurkunde näher!

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Akari-Maria ist da!

Am 6.6. hat Akari-Maria (燈まりあ) das Licht der Welt erblickt. Dabei wog sie 3280g und hatte eine Körperlänge von 49cm. Sie weint fast gar nicht, wirklich nur, wenn sie Hunger hat oder die Windeln voll hat, ansonsten ist sie sehr entspannt. Auch bei lauten plötzlichen Geräuschen bleibt sie ruhig. Ein (bisher) sehr einfaches Baby!

Ich war eigentlich davon überzeugt, eine natürliche Geburt zu haben. Aber als sie in der 38. Woche immer noch in Beckenendlage (逆子) war, rieten mir die Ärzte zu einem Kaiserschnitt. Es ist zwar möglich auch ein Baby in Beckenendlage natürlich zu gebären, aber es gibt viele Risiken. Ich wollte so lange wie möglich warten und hoffte noch auf eine späte Drehung, aber das klappte nicht, trotz verschiedener Übungen. Dafür wusste ich an welchem Tag sie kommen würde und konnte mich sehr gut vorbereiten. Außerdem war Akari innerhalb einer Stunde da!

Wir sind sehr, sehr glücklich und ich selbst kann es immer noch nicht fassen, dass dieser kleine Mensch aus meinem Körper kam! Das Leben ist und bleibt ein Wunder.

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Morgengymnastik vor der Arbeit

Letztens beim Frühstück war Musik von draußen zu hören. Da meinte mein Mann: „Ah, Morgengymnastik!“ Ich antwortete: „Nein, das Kind in der Wohnung unter uns spielt regelmäßig Videospiele, die Musik kommt bestimmt von da.“ Mein Mann: „Nein, nein, die Musik kenne ich! Die wird nur zur Morgengymnastik gespielt!“

Morgengymnastik? Vor unserem Haus? Da ist doch gerade eine Baustelle! Wer sollte denn da Gymnastik machen? Ich bin neugierig geworden und ging hinaus auf den Balkon. Und siehe da: die BAUARBEITER haben vor ihrer Arbeit tatsächlich einige Minuten Morgengymnastik gemacht! Da war ich aber überrascht, das habe ich noch nie gesehen! Aber ich finde das gut: sich vor der harten körperlichen Arbeit erst einmal zu dehnen ist eine gute Sache. Das sollte man in Deutschland auch einführen!

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Frohe Ostern vom Osterhasen!

Ich wünsche euch allen ein schönes Osterfest!

Das diesjährige Oster-Frühstück war wieder einmal sehr üppig und wirklich lecker. Und es tut ganz gut morgens nach dem Frühstück bereits ein Stück Kuchen genießen zu können 🙂

Es gab selbstgebackene Vollkornbrötchen, diesmal nach deutschem Rezept, daher brauchte ich nur ein Brötchen und war total satt! Natürlich mit Käse, Schinken, Ei und Kresse. Als Dessert gab es einen selbstgebackenen Karottenkuchen. Das interessante an dem Kuchen war, dass dieser Ananas enthielt um noch saftiger zu werden und um mit weniger Zucker auszukommen. Allerdings schmeckte er wie ein Ananaskuchen und nicht wie ein Karottenkuchen! Egal, er war sehr lecker. Der Belag war eine Frischkäse-Creme. Außerdem ersetzte ich die Hälfte des Mehls mit Roggenmehl, das machte den Kuchen auch etwas „gesünder“. Und den Zucker reduzierte ich auch auf die Hälfte (was man bei den meisten Rezepten machen kann, da ich die meisten zu süß finde).

Die Eier habe ich ganz natürlich mit Zwiebelschalen gefärbt, um damit eine schöne rot-braune Farbe zu erzielen. Auch wenn die Eierschale beim Kochen platzen sollte, brauche ich mir keine Gedanken machen, welche Chemie sich da im Eiweiß tummelt…

Ich hoffe, auch ihr hattet ein schönes Osterfest.

Frohe Ostern!

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Vorbereitung auf das Osterfest

Kommendes Wochenende wird in den christlichen Ländern Ostern gefeiert! Nähere Erklärungen findet ihr in meinem früheren Artikel zu Ostern.

Wie üblich bereite ich mich auf ein gemütliches Osterfrühstück mit meinem Mann vor und habe dieses Jahr endlich mal daran gedacht, rechtzeitig Kresse auszusäen. Kresse verstärkt das Gefühl des neu aufkeimenden Lebens im Frühling durch sein zartes Grün und schmeckt außerdem hervorragend zu gekochten Eiern! 😉

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Aber warum isst man ausgerechnet Eier zu Ostern? Und was hat es mit dem Osterhasen auf sich?

Eier stehen für neues Leben, das in der Frühlingszeit gehuldigt wird: ein neues Jahr und die Erneuerung der Natur.

Der Osterhase versteckt normalerweise die bunt gemalten Ostereier im Garten. Die Kinder suchen dann die Eier und stecken sie in ein Körbchen. Zur Belohnung dürfen sie die Eier dann essen (es handelt sich dabei auch um Schokoladen- und Fruchtgummieier). Hasen bekommen viele, viele Kleine, daher sind Hasen allgemein für ihre Fruchtbarkeit bekannt. Irgendwann wurden die beiden Metaphern miteinander vermischt, bis der Hase dann die Eier verteilte und somit zum Osterhasen wurde.

Da ich den künstlichen Farben nicht traue, färbe ich meine Eier natürlich mit Zwiebelschalen. Das ergibt ein schönes Braun-Rot und ich muss mir keine Gedanken machen, falls ein Ei mal beim Kochen platzt und auch innen färbt.

Fotos vom meinem Osterfrühstück gibt es: zu Ostern!